"Der einmalige Film" Sonntag 29.10.2017 20:00 Uhr

Schön wenn Kreative aus unterschiedlichen Bereichen zusammenarbeiten,

deshalb freue ich mich besonders, dass wir mittlerweile zum dritten Mal zusammen mit dem Team vom Kinofestival Oberasbach eine Film in Kooperation zeigen. Unter dem Stichwort der „Einmalige Film“ haben wir ein von Kritikern und Publikum gleichermaßen hochgelobtes Sozialdrama des britischen Sozialromantikers Ken Loach ausgesucht. Im zum kleinen, feinen und sofabequemen Kinosaal umgebauten Jugendraum der katholischen Nachbargemeinde (St-Johannes-Str. 4, 90522 Oberasbach) erwartet sie ein ebenso besonderes Flair:


Filmbeschreibung epd-film.de:

Für sein Drama über einen älteren Arbeitslosen erhielt der mittlerweile 81-jährige Ken Loach 2016 seine zweite Goldene Palme in Cannes. Unversöhnlich und mit bissigem Humor schildert Loach das britische Sozialhilfesystem als raffinierte Maschinerie von Ausgrenzung und Leistungskürzung.

Daniel Blake ist ein geradliniger und anständiger, zeitlebens Steuern zahlender Durchschnittsengländer – bis seine Gesundheit ihm einen Strich durch die Rechnung macht. Jetzt, im gesetzteren Alter, will ihm die willkürliche Staatsbürokratie den Bezug von Sozialhilfe verweigern. Schnell gerät er in einen Teufelskreis von Zuständigkeiten, Bestimmungen und Antragsformularen. Daniel Blake rechnet nicht damit, dass die geradezu kafkaeske Situation ihn fast in die Knie zwingen wird. Seine Wege kreuzen sich mit Katie und ihren beiden Kindern Daisy und Dylan. Sie raufen sich zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammen und erfahren neben den ständigen Seitenhieben der Behörden auch viel Solidarität – von ehemaligen Kollegen, sogar von Daniels schrägem Nachbar. Doch die bürokratischen Klippen des sogenannten Sozialstaates sind tückisch. Da wird Ohnmacht zur Wut – und so leicht geben Daniel und Katie ihre Träume und Hoffnungen nicht auf...

Das britische Sozialhilfesystem und seine Auswirkungen auf die Betroffenen stehen im Zentrum des Films. Statt für eine materielle Grundsicherung in Krisenzeiten wie Arbeitslosigkeit, Krankheit und schwierigen Familiensituationen zu sorgen, erweist es sich als zynisch und gleichgültig gegenüber den existenziellen Nöten der Menschen. Ständig droht die Verwaltung mit Sanktionen, weil alle, die öffentliche Unterstützung suchen, unter dem Verdacht stehen, sich die Hilfe auf Kosten des Staates zu erschleichen. So erscheinen die sozial Schwachen nicht als Opfer ungerechter Verhältnisse, sondern als Betrüger, die bestraft werden müssen. Gegen diese Verzerrung der Wirklichkeit protestiert der Film. Immer wieder gelingen Loach Bilder, die die Würde, den Widerstand und die Solidarität der Bedürftigen in Szene setzen. Er plädiert für einen Sozialstaat, der ihnen Respekt erweist und ihren Bedürfnissen gerecht wird, und ermutigt zur Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung für die Armen und Schwachen.

Ken Loach (wir zeigten in St. Markus im Juni bereits die „Whiskykomödie“ um den Schluck für die auf den Engel) zeigt keine einfachen Film aber dafür sind seine Werke umso mehr beeindruckend. Freuen sie sich auf diesen „Einmaligen Film“ in der ganz besonderen Atmosphäre des Oberasbacher Kinofestivals in St. Johannes. Mehr zu der Spielstätte, der Platzreservierung und dem Programm der Festivaltage vom 27. - 30.10. unter der Festivalkarte:

Roland Geßl