Filmabend Freitag 19.05.2017 19:30 Uhr

Ein ver~rückter Heimat und Naturfilm

Die angekündigte Fotostrecke mit Portraits von und mit dem Stargast des Abends

  • der Wüstenbussarddame SHARI finden sich hier unter der Spalte Besucherbilder:

Danke an den Falkner Hans Kurt Hussong.


Passt ein womöglich rührseliger Tierfilm über die Adlerbrüder Kain und Abel ins Programm der Filmabende? Ja, denn dieser österreichische Streifen entführt mit faszinierenden Tier- und Landschaftsaufnahmen in eine realistisch-grausame-schöne Welt und geht damit, wie ich empfinde, weiter und tiefer als viele Produktionen amerikanischer Studios. Ver~rückt und beeindruckend zugleich ist die Umsetzung der manchmal wortkargen aber bildgewaltigen Geschichte über die Freundschaft zwischen einem Adler und einem Jungen. Vor der Kulisse der Hohen Tauern geben sich hier zwei vermeintlich verlorene u.A. mit Filmsequenzen aus dem Blickwinkel eines Raubvogels ein grandioses Stelldichein.

(FSK 6, 98 min) (Wie immer bei entspannter und gemütlicher Atmosphäre im Gemeindehaus)

 

Dem Film wurde von der Deutschen Film- und Medienbewertung das Prädikat wertvoll verliehen. Danke, dass wir die Filmbeschreibung und Jurybegründung wiedergeben können:

Lukas lebt mit seinem Vater in den Bergen. Seit dem Tod der Mutter hat Lukas sich von seinem Vater abgewandt, er zieht sich immer mehr zurück, spricht nicht mehr und wandert in seinen Streifzügen durch die Dolomiten immer wieder zum alten Haus der Familie, und damit auch zu den Erinnerungen an glücklichere Zeiten. Eines Tages findet Lukas ein Adlerjunges, das aus dem Nest gefallen ist. Lukas kümmert sich um ihn, baut ihm im alten Haus ein Nest, füttert ihn und peppelt ihn auf.

Doch je größer und stärker der Adler wird, desto mehr wird Lukas schmerzhaft bewusst, dass der Moment des Abschieds bald nahen wird. Der Film von Gerardo Olivares und Otmar Penker besticht durch seine faszinierenden Tier- und Landschaftsaufnahmen. So nah wie hier kommt man Adlern und den Nestern, in denen sie hausen und die Jungtiere aufziehen, selten.

Vom Schlüpfen über die ersten Nestkämpfe bis hin zu den Beuteflügen der Großtiere - immer ist die Kamera ganz nah und lässt den Zuschauer die dramatischen Momente im wahrsten Sinne des Wortes aus der „Vogelperspektive“ miterleben. Dabei spart der Film in keinem Moment aus, dass es sich bei Adlern um Raubtiere, also um Jäger handelt. Das Töten anderer Tiere, um das eigene überleben zu sichern, wird ebenso wenig ausgespart wie auch andere dramatische Momente.

Doch das steigert nur die große Authentizität der Aufnahmen. Erzählt wird der Film von Jean Reno, der als Förster den Jungen Lukas begleitet und ihm einiges über die Aufzucht des Adlers beibringt. Tobias Moretti spielt den Vater von Lukas mit der nötigen Bärbeißigkeit, schafft es aber, sich seinem Sohn langsam wieder anzunähern. Und Manuel Camacho als Lukas selbst liefert mit seinem Spiel eine geeignete Identifikationsfigur, auch für das junge Publikum. Ein überaus gelungener Natur- und Abenteuerfilm, mit überwältigenden Naturbildern und großen Schauwerten. Mitreißend, berührend und wunderschön anzusehen.

 

Freuen sie sich mit uns auf einen wieder speziellen Abend.  Roland Geßl

Kontakt: filmteam(at)st-markus-oberasbach.de